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Akt 6 Gleichgesinnt

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Akt 6 Gleichgesinnt

Beitrag von Sue am Sa Nov 26, 2016 6:37 pm



Drei Tage vergingen ehe die kleine Truppe mit dem mit Ochsen bespannten Karren, auf dem die Jagdausbeute sowie der immer noch unbewegte Dunkelhaarige gebettet waren, die verschlungenen Bergpfade hinabgetrottet war und im Tal ankam. Freudig grüßten die Jägersleute die Bauern auf den umliegenden vereinzelten Feldern und die reisenden Händler auf den Pfaden.
Und nicht einen dieser Leckerbissen bekam der Teufel zu sehen. Nur immer mal wieder das blonde Mädchen mit dem aufgeschlossenen, dennoch besorgten Gesicht. Ja sie sorgte sich um ihn, wusste einfach nicht, dass das was er gerade benötigte und mit jeder Zelle seines Körpers begehrte direkt durch ihre Adern floss und das am Leben hielt, was er nur zu gern auf der Stelle verschlingen wollte. Doch er konnte sich nicht rühren. Die ganze Zeit über starrten seine Augen starr geradeaus, der Atem ging flach und der eigene dumpfe Herzton still und ruhig ohne zu ermüden. Hätten die Menschen ihn nicht aufgelesen, so würde er wohl auf Ewig dort oben in den Gebirgen herumliegen und sich grämen.

Doch zu seinem Unbehagen musste die Teufelsseele feststellen, dass das Leid so schnell wohl kein Ende finden würde. Die dummen Menschen, die bisher bei ihm gewesen waren, hatten keine Ahnung wer oder was er war. Das Rätseln ging Tagelang weiter. Stunde um Stunde schlich dahin. Und die Gesichter wurden immer Erstaunter über seinen Zustand. Sie sprachen schon von Fluch oder Magie oder Ähnlicherem.
Oh und wie ich euer Fluch werde, wenn ich wieder auf den Beinen bin...hahahaa
Der Teufel wurde langsam aber sicher kirre, denn seit er den schweren Geruch des Rehblutes in der Nase gehabt hatte, brannte sein Leib vor verlangen.

Fast zwei Tage nach dem Letzten großen Rätseln der Bewohner bemerkte der schwarzhaarige Teufel einen neuen Herzschlag. Einen den er definitiv noch nicht kannte und in einem Rhythmus der ihm vertraut war. Denn er glich seinem Eigenen.
Sofort standen seine Sinne auf Achtsamkeit. Es konnte gut oder böse enden. Letzteres lag Nahe, denn in den mittlerweile verworrenen Gedanken keimte Rivalität auf...
...und der Gedanke daran, dass der andere Teufel ahnen könnte was unweigerlich passieren musste, wenn Sturmwind hier wieder 'erwachte'. Ein Massaker, wie es schon lange nicht mehr dagewesen war.
Eine Erinnerung flammte auf, wo von den alten Geschichten erzählt worden war. Jaaaaa...die alte Ordnung. Die Herrschaft der Teufel über diese Welt war grausam... Die Teufelsgedanken klangen vorsichtig bei dem nächsten Part der Überlegung. ...und sie ist verboten.
Ja, die reine Herrschaft, basierend auf Tod, Blut und Knochen war verboten, da die Gefahr groß wäre, dass die Menschen sich wieder gegen die Teufel erheben würden, die seit jeher auf der Erde wandelten und überwiegend friedlich ihrem Tagwerk nachgingen. Niemand dachte mehr daran, dass die alten Geschichten noch wahr wären.
Aber auf der anderen Seite waren immer mal wieder Ausnahmen aufgetreten. Teufel hatten ihre Kontrolle verloren, hatten gefressen und gemordet und dann war es wieder still um sie geworden. Die Marine hatte schnell immer die Verantwortlichen gefunden, meist verwirrte Schlucker oder gewisse Banden, die die Meere, Inseln und Länder unsicher gemacht hatten. Gefasst, weggesperrt oder gelyncht. Das tragische Schicksal.

Die Nackenhaare des schwarzhaarigen Teufels stellten sich auf, als er bemerkte, wie der fremde Teufel näher kam. Erst wurde der Herzschlag lauter, dann die Schritte und zum Schluss der Geruch. Eindeutig ein anderer seiner Art. Blieb nur noch zu hoffen, dass dieser sich dazu durchringen ließ, dem Erstarrten zu helfen.
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