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Akt 4 Control

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Akt 4 Control

Beitrag von Sue am Fr Nov 25, 2016 6:43 am



Weit hatte der Teufel den Ort des endgültigen Rollenwechsels hinter sich gelassen, welcher doch beinahe zu seinem Grab geworden und solange gewesen wäre, wie sich nicht irgendetwas Fressbares in seine unmittelbare Nähe getraut hätte. Doch trotz der verheisungsvollen Schritte, welche weiter durch die kühle Natur des bald völlig hereinbrechenden Winters führten, war er dem Versprechen gegenüber seinem schlappen Körper noch nicht nachgekommen. Und dies lag einzig daran, dass noch nicht ein einziges Lebewesen in seiner Nähe gewesen war, dass sich wirklich lohnte zu jagen. Tiere gab es hier, doch die hatten ein feines Gespür für ihre Umgebung und waren meist schon weit über alle Berge bevor der schwarzhaarige Teufel es überhaupt mit seinen Sinnen erfassen konnte. Welch eine Schmach so untauglich zu sein, einfach nur einen billigen Abklatsch seiner Selbst darzustellen. Er würde viel Nahrung benötigen um auch nur halbwegs zus einem alten Ich zurückzufinden. Eine traurige und dennoch beruhigende Erkenntnis. Traurig, weil sich die Zeit gerade jetzt dehnte wie zäher Kaugummi und beruhigend, da das sich anbahnende Massaker schon jetzt den menschlichen Teil in seinem Innersten wieder ein Stückchen tiefer in seine Verzweiflung rutschen ließ. Und das schon bei jedem Schritt.
Und bei jedem Schritt wurde er zorniger über diese körperliche Schwäche.

Wie lange er durch den kahlen Wald gestakst war wusste er nicht. Jedenfalls weit bis mitten in die finstere Nacht hinein. Auf der dünnen Frost- und Schneeschicht, die leise unter den Stiefelsohlen knisterte, hatte er mehrere Wildspuren ausgemacht, doch es wäre zu mühsam gewesen diese zu verfolgen. Das Wild, überwiegend Rehe oder anderes Friedvieh, war einfach zu sensibel und würden den wilden Hunger seiner Seele spüren und flüchten. Natürliche Instinkte eben.
Seine rebellierten langsam aber sicher. Er musste weiter. Durfte nicht verweilen. Keine Kräfte verschwenden. und doch...
...einige hundert Meter später, die er in wahrlich ganzen 3 Stunden geschafft hatte zurück zu legen, gaben die Muskeln nach, die Sehnen auf und der Körper sackte zusammen, unfähig sich auch nur noch einen Zentimeter weiter zu bewegen oder auch nur einen Finger zu krümmen.

So unbeweglich der Körper nun auch war, die Seelen in seinem Inneren waren lebendig. Sehr sogar.
Die des Teufels war am herumwüten, doch sonderlich viel zerstören konnte sie nicht. Es war ja nicht wie in einer Wohnung, wo Möbel herumstanden, die zerschlagen werden konnten. Die Raserei fand kaum ein Ventil außer das Seelenfragment des Menschen. Doch so viel Spaß hatte man damit auch nicht mehr. Es war nur das selbe. Ein verkümmertes Etwas, dass sich unter den negativen Bildern erdrücken und einschüchtern ließ. Doch es war besser als gar nichts.
So machte sich der Teufel daran weitere Gemeinheiten auszudenken, Erinnerungen zu schemenhaften Intrigen zusammen zu setzen und diese dem Menschen vorzuhalten.  
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